STARK-Online-Fachtagung am 23. & 24.11.2026: STARK für Familien in Krisen und in Trennungssituationen – Partizipation von Kindern und Jugendlichen
Was erwartet Sie auf dieser Seite?
Hier erhalten Sie Informationen zu den folgenden Themen:
- Save the Date
- Programm
- Anmeldung zur Fachtagung
- Informationen zu STARK
- Kooperationspartner & Förderer
- Rückblick auf vergangene STARK-Fachtagungen
Save the Date: STARK-Online-Fachtagung 2026
Merken Sie sich schon jetzt den Termin für unsere diesjährige Fachtagung vor! Wir tagen wieder an zwei Vormittagen.
- Wann? 23. & 24. November (jeweils vormittags)
- Wo? Online
- Themenfokus: Partizipation von Kindern & Jugendlichen
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Die Anmeldung schalten wir am 28. September frei: Alle Details zur Anmeldung erfahren Sie rechtzeitig hier auf dieser Seite sowie über unseren Newsletter.
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Wann?
Die Fachtagung findet am 23. und 24.11.2026 jeweils vormittags ab 8.30 Uhr statt.
Wo?
Die Fachtagung findet digital per Videokonferenz statt. Mit der Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten für das Rahmenprogramm sowie für gebuchte Workshops.
Für wen?
Die Fachtagung ist für Fachkräfte aus Beratung, Jugendhilfe, Familiengerichtsbarkeit und psychosozialer Praxis mit Fokus auf Paare, Trennungseltern sowie Kinder und Jugendliche aus Trennungsfamilien.
Was kostet es?
Die Fachtagung ist für alle Teilnehmenden kostenfrei.
Von wem?
Die Fachtagung wird vom Deutschen Jugendinstitut e.V. München veranstaltet.
Was erwartet Sie?
freuen Sie sich auf:
1
Impulse zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen
Vertiefen Sie Ihre Expertise durch den Fachvortrag von Prof. Dr. Heinz Kindler sowie durch vielfältige Workshops, die Beteiligung in unterschiedlichen Beratungskontexten praxisnah beleuchten.
2
Methoden für die Beratung
Lernen Sie erprobte Ansätze und konkrete Tools kennen, die Sie direkt in der Arbeit mit Paaren, Trennungseltern oder Kindern und Jugendlichen einsetzen können, darunter auch die Materialien der STARK-Plattform.
3
Austausch mit Fachkollegium
Nutzen Sie die Gelegenheit zum interaktiven Austausch: Diskutieren Sie mit anderen Fachkräften über Herausforderungen, Fallbeispiele und Good Practice.
4
Interdisziplinäre Perspektiven
Verfolgen Sie die Podiumsdiskussion mit Expertinnen und Experten aus Beratungspraxis und Justiz dazu, wie Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Beratung gelingen kann.
Programm der STARK-Fachtagung
Die Fachtagung findet am 23. und 24. November 2026 online per Videokonferenz statt, am ersten Tag von 8:30 bis ca. 13:15 Uhr, am zweiten Tag von 8:30 bis ca. 12:45 Uhr. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis möchten wir in diesem Jahr die Partizipation von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen, Impulse für die Beratung von Familien in Krisen- und Trennungssituationen geben und den fachlichen Austausch fördern.
Am ersten Tag eröffnet ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Heinz Kindler mit dem Titel "Beteiligung von Kindern und Trennungsberatung" die Tagung. Im Anschluss können Sie aus einer Vielzahl an Workshops wählen, die praxisrelevante Themen rund um Trennung, Scheidung und Beratung abdecken: von der Arbeit mit Paaren und Eltern über die Beratung von Kindern und Jugendlichen bis hin zu Kinderschutz, Recht und Finanzen. Mehrere Workshops zeigen, wie die STARK-Plattform im Beratungsalltag genutzt werden kann. Einige Workshops stehen ohne Teilnahmebegrenzung offen. Den Abschluss des Tages bildet ein gemeinsames Resümee aus den Workshops.
Am zweiten Tag werden die meisten Workshops erneut angeboten, ergänzt durch einige weitere Schwerpunkte, die nur an diesem Tag stattfinden. Zum Abschluss der Tagung diskutieren Expertinnen und Experten aus Beratungspraxis und Justiz in einer Podiumsdiskussion darüber, wie Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Beratung gelingen kann.
Hinweis zu den Workshops
Leider können wir Ihnen für den Dienstag derzeit noch nicht alle Workshops zur Auswahl anbieten. Aufgrund kurzfristiger Absagen fehlen aktuell noch zwei Workshops. Das bedauern wir sehr und bitten dafür um Entschuldigung. Wir setzen alles daran, die fehlenden Workshops so bald wie möglich bereitzustellen. Über Neuigkeiten informieren wir Sie hier auf unserer Tagungsseite sowie über unseren Newsletter. Wenn Sie in den Newsletter-Verteiler aufgenommen werden möchten, schicken Sie uns gerne eine kurze E-Mail an
kontakt@stark-familie.info
. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Im Folgenden finden Sie das Programm mit detaillierten Informationen zu den Beiträgen und Workshops. Es wird laufend ergänzt, sobald ein weiterer Workshop bestätigt ist. Demnächst wird das Programm auch als PDF zum Download bzw. zum Ausdrucken verfügbar sein. Die Anmeldung ist ab dem 28.09.2026 möglich.
Tag 1 - Montag, 23. November 2026
Begrüßung, Einführung und Impulse
08:30 - 10:30 Uhr08:30 - 09:00 Uhr Technik-Team, NC3
Einchecken & Ankommen
Unsere technische Moderation wird die Teilnehmenden zunächst in Empfang nehmen. Damit man der Veranstaltung entspannt folgen und auch die interaktiven Elemente gut bedienen kann, wird hier die technische Bedienung der Videokonferenzsoftware erklärt.
09:00 - 09:30 Uhr Michael Brand MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
Begrüßung & Einführung
Grußwort von Michael Brand MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Michael Brand MdB ist Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland. Michael Brand ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Fulda. Von 2013 bis 2017 war er Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe; von 2017 bis 2025 Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Begrüßung & Einführung von Dr. Ina Bovenschen, Grundsatzreferentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. München
Dr. Ina Bovenschen ist Diplom-Psychologin und arbeitet als Grundsatzreferentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“. Neben vielen anderen Projekten koordiniert sie dort auch das STARK-Projekt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Kindern und insbesondere auf Adoptiv- und Pflegefamilien sowie deren Unterstützungsmöglichkeiten. Zudem ist sie als familienrechtspsychologische Sachverständige tätig.
Sie wird die Fachtagungsteilnehmenden zunächst begrüßen und eine Einführung in den Ablauf der Veranstaltung geben.
09:30 - 10:30 Uhr Prof. Dr. Heinz Kindler, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
Impulsvortrag: Partizipation von Kindern und Trennungsberatung
Prof. Dr. Heinz Kindler ist Diplompsychologe und leitet seit 2012 die Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ in der Abteilung „Familie und Familienpolitik“ am Deutschen Jugendinstitut, wo er bereits seit 2002 als wissenschaftlicher Referent tätig ist. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Kinderschutz, insbesondere bei Kindeswohlgefährdung, der Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz (Nordrhein-Westfalen) sowie in der Pflegekinderhilfe. Er ist Teil des Leitungsteams von STARK und war in der konzeptuellen Entwicklungsphase des Projekts maßgeblich an der Konzipierung und Umsetzung der STARK Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ beteiligt. Darüber hinaus ist er als familienrechtspsychologischer Sachverständiger tätig und engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten und Kommissionen, u. a. zum Thema sexualisierte Gewalt und Aufarbeitung.
Prof. Dr. Heinz Kindler
Parallele Workshops & Fachvorträge
10:45 - 12:15 UhrInteraktive Workshops und Fachvorträge zu Themen aus der Beratungspraxis und zur Nutzung von STARK in der Beratung
Die Teilnahme an den Workshops ist auf jeweils 50 Personen begrenzt, an den Fachvorträgen auf jeweils 250 Personen.
Die Ergebnisse aus den Workshops werden auch noch nach der Veranstaltung auf einer digitalen Pinnwand einsehbar sein und zum Download bereit stehen. Der Zugangslink wird allen Tagungsgästen während der Veranstaltung mitgeteilt.
10:45 - 12:15 Uhr Andrea Mayer, Felicitas Baumann, Universitätsklinikum Heidelberg und Prof. Dr. Beate Ditzen, Universität Zürich
WORKSHOP 01: Paare in Krisen - Ambivalenz und Partnerschaftskonflikte professionell begleiten
Paare in Partnerschaftskonflikten suchen häufig sehr spät erst professionelle Hilfen auf. Die von Ambivalenzen und Konflikthaftigkeit geprägten Partnerinteraktionen sind bereits eingefahren und gegenseitige Verletzungen führen zu einer fortschreitenden Entfremdung. Paare in diesen Situationen professionell abzuholen und in einem Prozess der Entscheidungsfindung, der Wiederannäherung oder aber auch der Trennung zu begleiten stellt beratende Fachkräfte vor spezifische Herausforderungen. Dieser Problematik möchten wir mit einer zweigleisigen Strategie begegnen. Einerseits möchten wir Paare über ein Online-Informationsangebot und ein vertiefendes Online-Training niedrigschwellig möglichst früh direkt erreichen. Andererseits bieten die vorgestellten Interventionen und Ansätze auch eine Basis und mögliche Begleitung für die Präsenzberatung in Fachberatungsstellen für Paare und Familien. Praxisnah und anhand von Fallbeispielen wird in diesem Workshop eine sinnvolle Verzahnung der Inhalte der STARK-Webseite „Paare in der Krise“ mit der Präsenzberatung in der Arbeit mit Paaren vorgestellt.
Andrea Mayer ist Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin (VT). Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit am Institut für Medizinische Psychologie in Heidelberg hat sie das PAARweise Online-Training für Elternpaare in Beziehungskrisen sowie die STARK-Webseite „Paare in der Krise“ mitentwickelt. Aktuell ist sie an der Universität Zürich tätig. Ihre Forschungsinteressen sowie auch ihr praktisch klinischer Schwerpunkt liegen vor allem in den Bereichen Konflikte in Paaren und Familien, Begleitung von Familien in Trennung und Scheidung, sowie Partnerschaftszufriedenheit und Gesundheit.
Andrea Mayer
Felicitas Baumann ist Psychologin und befindet sich in der Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (VT). Sie ist klinisch in der Ambulanz des Zentrums für Psychologische Psychotherapie in Heidelberg tätig. Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit hat sie das PAARweise Online-Training für Elternpaare in Beziehungskrisen mitentwickelt und beschäftigt sich aktuell mit dessen Weiterentwicklung zur PAARweise App. Zudem ist sie in die STAR_T Familienstudie involviert, welche die Auswirkungen des PAARweise Online-Trainings auf Partnerschaftszufriedenheit und Familiengesundheit untersucht.
Felicitas Baumann
Frau Prof. Dr. Beate Ditzen hat 2025 den Lehrstuhl für Klinische Biopsychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich übernommen, zuvor hat sie über 10 Jahre lang das Institut für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg geleitet. Sie forscht und lehrt zur Psychobiologie der Bindung, zum Einfluss sozialer Beziehungen auf die hormonelle Stressantwort und konkret zu neuroendokrinen Faktoren sozialer Interaktionen. Als approbierte Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin (Schwerpunkte kognitive Verhaltenstherapie und Systemische Paartherapie) leitet sie eine psychotherapeutische Hochschulambulanz, im Rahmen derer Patient:innen vorzugsweise im Paar- und Familiensetting behandelt werden sowie die Weiterbildung „paarweise“ und gemeinsam mit Prof. Dr. Birgit Watzke einen Psychotherapie- und einen Supervisions-Ausbildungsgang in kognitiver Verhaltenstherapie in Zürich. Im Projekt STARK (Leitung: Prof. Dr. Sabine Walper, München), welches durch das BMBFSFJ gefördert wurde, hat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Melanie Fischer (Marburg), Andrea Mayer (Heidelberg) und Prof. emeritus Dr. Kurt Hahlweg ein online Informationsangebot und eine Online-Intervention für Paare in Ambivalenz- und Trennungsphasen konzipiert, welches die Beratung und Therapie ergänzen und Paaren in dieser schwierigen Zeit unterstützen soll.
Prof. Dr. Beate Ditzen
FACHVORTRAG 02: Wirtschaftliche Eigenständigkeit in jeder Lebensphase: Warum (nicht)?
Der Fachvortrag beleuchtet, was wirtschaftliche Eigenständigkeit bedeutet und warum sie für Paare mit und ohne Kinder in jeder Lebensphase – auch bei Trennung und Scheidung – erstrebenswert ist. Er zeigt, warum ökonomische Eigenständigkeit in der Praxis oft nicht gegeben ist, und macht deutlich, dass es in nahezu jeder Lebensphase noch möglich ist, darauf hinzuarbeiten. Diskutiert werden erste konkrete Schritte dorthin. Basierend auf empirischer Evidenz zu Paaren und Familien in Deutschland skizziert der Workshop strukturelle, normative und persönliche Gelingensbedingungen und Barrieren auf dem Weg zur ökonomischen Eigenständigkeit. Fachkräfte erhalten damit Orientierungswissen und Handlungsanregungen, um das Thema „Trennung und Scheidung ökonomisch durchdenken" in der Beratung von Paaren aufzugreifen. Es gibt Raum für Fragen und Austausch mit der Referentin.
Prof. Dr. Christina Boll leitet die Abteilung Familie und Familienpolitik am Deutschen Jugendinstitut, ist Professorin für Arbeitsmarkt- und Familiensoziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gastprofessorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle zwischen Familie und Arbeitsmarkt, insbesondere den Verschränkungen von Familien und Erwerbsbiografien, der Rolle staatlicher Anreize, Infrastrukturen und Dienste sowie sozialer Normen für individuelle Entscheidungen und Entscheidungen im Haushaltskontext sowie den daraus resultierenden Erwerbs- und Einkommensverläufen.
Prof. Dr. Christina Boll
WORKSHOP 03 (nur Tag 1): Mach Dich STARK! Ein praktischer Methodenkoffer für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Trennungskontext
Der Workshop bietet wertvolle Impulse und Orientierungshilfen für Fachkräfte, um die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Trennungskontext kindorientiert zu gestalten und zusätzliche Ideen zu erhalten. Es werden verschiedene Methoden vorgestellt und diskutiert, die mit Kindern und Jugendlichen im Einzelsetting verwendet werden können. Hierfür werden die Inhalte und Übungen des Online Trainings STARK im Alter von 11–17 Jahren vorgestellt. Der Fokus liegt vor allem auf der emotionalen Verarbeitung, dem Umgang mit Streit und Konflikten sowie der Ressourcenarbeit. Ergänzend wird auf die STARK-Webseite „Was hilft, wenn die Eltern sich trennen?“ und ihre Handhabe in der fachlichen Praxis eingegangen.
Carmen Pfänder ist Psychologin (M.Sc.) sowie Kinder und Jugendlichenpsychotherapeutin (VT) in einer sozialpsychiatrischen Praxis und als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Ulm tätig. Aufgrund der konzeptuellen Entwicklung des STARK Projekts liegt ihr Arbeitsschwerpunkt der letzten Jahre in einem praxisorientierten Ansatz für Kinder und Jugendliche im Trennungskontext.
Carmen Pfänder
Janice Ullrich ist approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (VT) und leitet die Ambulanz des Ausbildungszentrums für Verhaltenstherapie (AZVT) am Universitätsklinikum Ulm. Ihr wissenschaftlicher Fokus lag in den vergangenen Jahren auf den Themen Suizidalität und nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) im schulischen Kontext. Darüber hinaus ist sie in einer niedergelassenen sozialpsychiatrischen Praxis tätig.
Janice Ullrich
WORKSHOP 04: Wunsch nach mehr Kontakt – Beratung von hauptbetreuenden Eltern und Eltern ohne Kontakt zum Kind
Der Workshop thematisiert zwei sehr unterschiedliche Fallkonstellationen: zum einen die Beratung von hauptbetreuenden Eltern, die sich vom anderen Elternteil mehr Beteiligung wünschen, zum anderen die Arbeit mit Eltern, die unfreiwillig keinen oder nur wenig Kontakt zu ihren Kindern haben. Zunächst wird ein Überblick darüber gegeben, in welchem Kontext der Wunsch nach mehr Kontakt auftritt, und mögliche Hintergründe werden beleuchtet. Im Mittelpunkt des Workshops steht jedoch der Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden. Zudem wird gezeigt, wie die STARK-Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ in der Arbeit mit diesen Konstellationen genutzt werden kann.
Dr. Ulrike Lux
10:45 - 12:15 Uhr Stefanie Amberg, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
FACHVORTRAG 05: STARK als Unterstützung in der Beratung
In diesem Fachvortrag lernen die Teilnehmenden Aufbau und Inhalte der STARK-Plattform kennen: von Navigationshilfen über Videos, Audios und interaktive Tools bis hin zu Arbeitsblättern und Mustervereinbarungen. Anhand eines Fallbeispiels wird aufgezeigt, wie sich STARK in der Arbeit mit getrennten Eltern einsetzen lässt und wie die Materialien den Beratungsalltag unmittelbar unterstützen. Dabei gibt der Vortrag einen Einblick in jeden Bereich der Plattform. Ziel ist es, Fachkräften praxisnahe Impulse für den Einsatz der STARK-Materialien in der Trennungsberatung zu geben und konkrete Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit aufzuzeigen.
Stefanie Amberg hat Erziehungswissenschaften (M.A.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Dort war sie anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Evaluationsprojekt des Elternkurses "Kinder im Blick" und im Projekt STARK tätig. Seit 2024 ist sie wissenschaftliche Referentin im Projekt STARKphase 3 am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Trennung und Scheidung, insbesondere in der Entwicklung und Evaluation von Unterstützungsangeboten für Trennungsfamilien. In der konzeptuellen Entwicklungsphase des STARK Projekts war sie zudem an der Konzipierung und Umsetzung der STARK Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ beteiligt.
Stefanie Amberg
10:45 - 12:15 Uhr Prof. Dr. Heinz Kindler, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
FACHVORTRAG 06 (nur Tag 1): Kindesmisshandlung und sexuelle Gewalt gegen Kinder
Der Fachvortrag setzt zwei Schwerpunkte: Zum einen beraterische Strategien im Umgang mit Körperstrafen und demütigenden Strafen, die ein Grund sein können, warum Klienten in Beratung geschickt werden, da potenziell die Schwelle zur Gefährdung überschritten wird. Zum anderen Vorgehensweisen, wenn sich in der Beratung Hinweise auf Misshandlung oder sexuelle Gewalt ergeben, die mit beraterischen Mitteln nicht geklärt oder abgewendet werden können. Natürlich gibt es auch Raum für Nachfragen rund um die beiden angesprochenen Themen.
Prof. Dr. Heinz Kindler ist Diplompsychologe und leitet seit 2012 die Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ in der Abteilung „Familie und Familienpolitik“ am Deutschen Jugendinstitut, wo er bereits seit 2002 als wissenschaftlicher Referent tätig ist. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Kinderschutz, insbesondere bei Kindeswohlgefährdung, der Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz (Nordrhein-Westfalen) sowie in der Pflegekinderhilfe. Er ist Teil des Leitungsteams von STARK und war in der konzeptuellen Entwicklungsphase des Projekts maßgeblich an der Konzipierung und Umsetzung der STARK Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ beteiligt. Darüber hinaus ist er als familienrechtspsychologischer Sachverständiger tätig und engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten und Kommissionen, u. a. zum Thema sexualisierte Gewalt und Aufarbeitung.
Prof. Dr. Heinz Kindler
WORKSHOP 07 (nur Tag 1): Was hilft Hochkonfliktfamilien, und was eher nicht?
Gemäß Kurt Lewins Diktum, dass nichts praktischer sei als eine gute Theorie, soll in diesem Workshop versucht werden, empirische Befunde zu Hochkonfliktfamilien und deren Kindern zusammenzuführen mit Handlungsmöglichkeiten der Beratungspraxis. Unter anderem werden Ergebnisse einer Untersuchung von gerichtsmandatierten Beratungsfällen diskutiert. Ziel wäre auszuloten, welche beraterischen Haltungen, Vorgehensweisen und Empfehlungen hilfreich sein könnten und welche mutmaßlich nicht.
Dr. Jörg Fichtner ist Fachpsychologe für Rechtspsychologie, Mediator und Verhaltenstherapeut. Er war zeitweise Mitarbeiter einer Beratungsstelle, hat verschiedene Forschungsarbeiten zur Hochkonfliktberatung geleitet und ist häufig als Fortbilder für Beratungsstellen und den Kurs „Kinder im Blick“ tätig. Alltagserfahrung mit Hochkonfliktfamilien sammelt er als familiengerichtlicher Sachverständiger.
Dr. Jörg Fichtner
WORKSHOP 08 (nur Tag 1): Motivierende Erziehungsberatung
Die Frage der Erreichbarkeit und der Anmeldung in eine Erziehungsberatungsstelle ist für viele Familien nicht einfach. Vorurteile, mangelnde zeitliche Möglichkeiten und sprachliche Fähigkeiten erschweren den Zugang. Im Workshop beschäftigen wir uns mit Angeboten, die sich bewährt haben – dazu gehören auch entsprechende Kooperationsvereinbarungen mit Institutionen, die Klientinnen und Klienten in die Erziehungsberatung schicken (möchten). Insbesondere hier bedarf es eines abgestimmten Vorgehens, um ein Arbeitsbündnis herstellen zu können. Im weiteren Verlauf zeigt sich dann oft, dass diese Familien nach der ersten Schwelle eine hohe Beziehungsmotivation entwickeln, aber Veränderungen nur schwer erreichbar sind. Welche beraterischen und therapeutischen Methoden hier hilfreich sein können, bildet den zweiten Teil des Workshops.
Dr. Bernhard Kühnl ist Diplompsychologe und Psychologischer Psychotherapeut. Er leitet die Städtischen Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche in München. Zudem ist er als Dozent an mehreren psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten tätig und Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Bayern.
Dr. Bernhard Kühnl
WORKSHOP 09: Trennungs- und Scheidungsberatung in der Erziehungsberatung
In der Erziehungsberatung melden sich etwa 50 % der Eltern an, weil sie sich getrennt haben. Oder sie werden deshalb von Jugendämtern oder Familiengerichten geschickt. Wie funktioniert Trennungs- und Scheidungsberatung in der Erziehungsberatungsstelle? Am besten mit viel Gelassenheit, einem starken Team und guter Kooperation. Und was braucht es noch? Welche Haltungen sind hilfreich? Welche Settings haben sich bewährt? Geht das auch online? In dem Workshop soll motiviert werden, diese wichtige Arbeit anzunehmen und auszufüllen.
Ulric Ritzer-Sachs ist Sozialpädagoge, arbeitet seit 2000 in der Erziehungsberatung, seit fast 20 Jahren auch in der bke-Onlineberatung, ist systemischer Berater und Mediator und arbeitet (meistens) immer noch gerne mit Eltern, die sich getrennt haben und dringend Unterstützung brauchen, um gute Lösungen zu finden.
Ulric Ritzer-Sachs
WORKSHOP 10: Beratung bei Partnerschaftsgewalt
Im Rahmen der Trennung von Paaren oder auch in bestehenden Paarbeziehungen kommt es nicht selten zu Konflikten, die letztlich im Ausüben von gegenseitiger oder einseitiger Gewalt enden und eine ständige Wiederkehr von Gewalt zu befürchten gilt. Für diese Konstellation braucht es ein Angebot, welches sich an der Paararbeit orientiert, jedoch hier die Bearbeitung des Gewaltkontextes und der Krisenauslöser deutlich in den Vordergrund gerückt werden muss.
Roland Hertel ist Dipl.-Sozialarbeiter (FH), staatlich anerkannter Erzieher und Fachkraft für Täterarbeit bei häuslicher Gewalt. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit hochkonflikthaften (Ex-)Paaren, in klientenzentrierten Elterntrainings bei Kindesmisshandlung sowie in der Beratung von Männern in Krisensituationen.
Roland Hertel
WORKSHOP 11: Wenn sexuelle Gewalt im Raum steht - Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Trennungs- und Scheidungsverfahren, wissenschaftliche Befunde und fachliche Herausforderungen
Wenn im Kontext von Trennung und Scheidung der Verdacht oder die Beschuldigung sexueller Gewalt gegen ein Kind im Raum steht, treffen Kinderschutz, Beteiligungsrechte und familiengerichtliche Entscheidungsprozesse in besonderer Weise aufeinander. Der Workshop stellt aktuelle wissenschaftliche Befunde zu sexueller Gewalt in Trennungs- und Scheidungsverfahren, sowie zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen nach elterlicher Trennung vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Perspektive von Kindern fachlich angemessen einbezogen werden kann, ohne Schutzanforderungen, mögliche Beeinflussungsprozesse oder die Grenzen zwischen Partizipation und forensischer Befragung aus dem Blick zu verlieren. Anhand empirischer Befunde und fachlicher Modelle werden zentrale Herausforderungen diskutiert und Konsequenzen für eine kindzentrierte, schutzorientierte Praxis abgeleitet.
Ulrich Schierlinger ist Diplom-Psychologe, Kinderschutzfachkraft (IseF) und Leitender Psychologe der Psychologischen Fachdienste der Stadt Karlsruhe. Er arbeitet unter anderem, in der Fachberatungsstelle AllerleiRauh mit dem Schwerpunkt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.
Ulrich Schierlinger
WORKSHOP 12: STARK in der Beratung von Kindern und Jugendlichen: Methoden und Materialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei elterlicher Trennung
Kinder, die die Trennung oder Scheidung ihrer Eltern erleben, brauchen mehr als nur Information: Sie brauchen Unterstützung dabei, ihre Gefühle einzuordnen, mit dem elterlichen Konflikt umzugehen, eigene Wünsche zu erkennen und zu äußern – und sie brauchen das Vertrauen, dass sie damit gehört werden. Nur wenn Kinder in diesem Sinne gestärkt sind, kann Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen tatsächlich gelingen. Genau hier setzt „STARKes Handeln“ an. Der Bereich ist Teil des Kinder- und Jugendbereichs von STARK und steht im Mittelpunkt des Workshops. Die vier Bausteine „Gefühlschaos“ (Emotionsregulation), „Streitkompass“ (Umgang mit elterlichen Konflikten), „Wunschkonzert“ (eigene Wünsche äußern) und „Was macht mich STARK?“ (Ressourcenstärkung) bieten konkrete Ansätze, um Kinder und Jugendliche in Trennungssituationen gezielt zu unterstützen. Im Workshop lernen die Teilnehmenden, wie sie die Inhalte und Materialien von STARK in ihre bestehende Beratungspraxis integrieren können. Ziel ist es, praxisnahe Impulse zu geben, wie digitale Tools die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sinnvoll ergänzen können.
Annalena Putz hat klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc.) studiert und ihre Abschlussarbeit im Bereich Frühkindliche Regulation am Universitätsklinikum Erlangen verfasst. Sie ist als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. im STARK-Projekt der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ tätig. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem damit, wie Kinder und Jugendliche im Umgang mit der Trennung ihrer Eltern gestärkt werden können und wie sich entsprechende wissenschaftliche Inhalte kindgerecht vermitteln lassen.
Annalena Putz
Sophia Maurer hat Erziehungswissenschaft (M.A.) an der Universität Tübingen studiert. Im Frauenhaus Freising ist sie für die psychosoziale Beratung und Unterstützung von Frauen in Krisen- und Gewaltsituationen zuständig. Zudem ist sie als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. im STARK-Projekt der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ tätig. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem damit, wie Kinder und Jugendliche im Umgang mit der Trennung ihrer Eltern und mit Stress gestärkt werden können und wie sich entsprechende wissenschaftliche Inhalte kindgerecht vermitteln lassen.
Sophia Maurer
WORKSHOP 13: Geschwister in Trennungs- und Scheidungsfamilien
Die meisten Kinder wachsen nach wie vor gemeinsam mit Geschwistern auf. Trennen sich die Eltern, wirkt sich das meist auch auf die Beziehung der Geschwister untereinander aus, und zwar auf sehr unterschiedliche Weise: Manche Geschwister rücken enger zusammen und unterstützen sich gegenseitig, bei anderen nehmen Konflikte und Streit deutlich zu. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Eltern. Durch ihr eigenes Verhalten und durch die Gestaltung der Wohn- und Lebenssituation prägen sie maßgeblich, wie sich die Geschwisterbeziehung entwickeln kann. Der Workshop beleuchtet typische Dynamiken zwischen Geschwistern im Kontext von Trennung und Scheidung und diskutiert, worauf es bei der Einschätzung der Qualität einer Geschwisterbeziehung ankommt. Darüber hinaus werden Strategien für die Arbeit mit Geschwistern in belasteten Beziehungen vorgestellt.
Dr. Susanne Witte leitet die Fachgruppe F3 „Familienhilfe und Kinderschutz“ am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München und ist Teil des aktuellen Leitungsteams von STARK. Sie forscht zu Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz, internationalen Vergleichen von Kinderschutzsystemen, zu Folgen von Misshandlung und Missbrauch, insbesondere Geschwisterbeziehungen, sowie zur Prävention von Kindeswohlgefährdung.
WORKSHOP 14: Vom Kindeswillen zur Entscheidung - Kindesanhörung, Beeinflussung und Grenzen in der familiengerichtlichen Praxis
Ulrike Sachenbacher
12:15 - 12:30 Uhr Pause
12:30 - 13:00 Uhr Referentinnen und Referenten der Workshops und Fachvorträge, Moderation: Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Resümee aus den Workshops und Fachvorträgen
Die Ergebnisse aus den Workshops werden auch noch nach der Veranstaltung auf einer digitalen Pinnwand einsehbar sein und zum Download bereit stehen. Der Zugangslink wird allen Tagungsgästen während der Veranstaltung mitgeteilt.
13:00 - 13:15 Uhr Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
Verabschiedung
Tag 2 - Dienstag, 24. November 2026
Begrüßung
08:30 - 09:15 Uhr08:30 - 09:00 Uhr Technik-Team, NC3
Einchecken & Ankommen
Unsere technische Moderation wird die Teilnehmenden zunächst in Empfang nehmen. Damit man der Veranstaltung entspannt folgen und auch die interaktiven Elemente gut bedienen kann, wird hier die technische Bedienung der Videokonferenzsoftware erklärt.
09:00 - 09:15 Uhr Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
Begrüßung
Begrüßung von Dr. Ina Bovenschen, Grundsatzreferentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. München
Dr. Ina Bovenschen ist Diplom-Psychologin und arbeitet als Grundsatzreferentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“. Neben vielen anderen Projekten koordiniert sie dort auch das STARK-Projekt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Kindern und insbesondere auf Adoptiv- und Pflegefamilien sowie deren Unterstützungsmöglichkeiten. Zudem ist sie als familienrechtspsychologische Sachverständige tätig.
Sie wird die Fachtagungsteilnehmenden zunächst begrüßen und eine Einführung in den Ablauf der Veranstaltung geben.
Parallele Workshops & Fachvorträge
09:15 - 10:45 UhrInteraktive Workshops und Fachvorträge zu Themen aus der Beratungspraxis und zur Nutzung von STARK in der Beratung
Die Teilnahme an den Workshops ist auf jeweils 50 Personen begrenzt, an den Fachvorträgen auf jeweils 250 Personen.
Die Ergebnisse aus den Workshops werden auch noch nach der Veranstaltung auf einer digitalen Pinnwand einsehbar sein und zum Download bereit stehen. Der Zugangslink wird allen Tagungsgästen während der Veranstaltung mitgeteilt.
09:15 - 10:45 Uhr Andrea Mayer, Felicitas Baumann, Universitätsklinikum Heidelberg und Prof. Dr. Beate Ditzen, Universität Zürich
WORKSHOP 01: Paare in Krisen - Ambivalenz und Partnerschaftskonflikte professionell begleiten
Paare in Partnerschaftskonflikten suchen häufig sehr spät erst professionelle Hilfen auf. Die von Ambivalenzen und Konflikthaftigkeit geprägten Partnerinteraktionen sind bereits eingefahren und gegenseitige Verletzungen führen zu einer fortschreitenden Entfremdung. Paare in diesen Situationen professionell abzuholen und in einem Prozess der Entscheidungsfindung, der Wiederannäherung oder aber auch der Trennung zu begleiten stellt beratende Fachkräfte vor spezifische Herausforderungen. Dieser Problematik möchten wir mit einer zweigleisigen Strategie begegnen. Einerseits möchten wir Paare über ein Online-Informationsangebot und ein vertiefendes Online-Training niedrigschwellig möglichst früh direkt erreichen. Andererseits bieten die vorgestellten Interventionen und Ansätze auch eine Basis und mögliche Begleitung für die Präsenzberatung in Fachberatungsstellen für Paare und Familien. Praxisnah und anhand von Fallbeispielen wird in diesem Workshop eine sinnvolle Verzahnung der Inhalte der STARK-Webseite „Paare in der Krise“ mit der Präsenzberatung in der Arbeit mit Paaren vorgestellt.
Andrea Mayer ist Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin (VT). Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit am Institut für Medizinische Psychologie in Heidelberg hat sie das PAARweise Online-Training für Elternpaare in Beziehungskrisen sowie die STARK-Webseite „Paare in der Krise“ mitentwickelt. Aktuell ist sie an der Universität Zürich tätig. Ihre Forschungsinteressen sowie auch ihr praktisch klinischer Schwerpunkt liegen vor allem in den Bereichen Konflikte in Paaren und Familien, Begleitung von Familien in Trennung und Scheidung, sowie Partnerschaftszufriedenheit und Gesundheit.
Andrea Mayer
Felicitas Baumann ist Psychologin und befindet sich in der Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (VT). Sie ist klinisch in der Ambulanz des Zentrums für Psychologische Psychotherapie in Heidelberg tätig. Im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit hat sie das PAARweise Online-Training für Elternpaare in Beziehungskrisen mitentwickelt und beschäftigt sich aktuell mit dessen Weiterentwicklung zur PAARweise App. Zudem ist sie in die STAR_T Familienstudie involviert, welche die Auswirkungen des PAARweise Online-Trainings auf Partnerschaftszufriedenheit und Familiengesundheit untersucht.
Felicitas Baumann
Prof. Dr. Beate Ditzen hat 2025 den Lehrstuhl für Klinische Biopsychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich übernommen, zuvor hat sie über 10 Jahre lang das Institut für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg geleitet. Sie forscht und lehrt zur Psychobiologie der Bindung, zum Einfluss sozialer Beziehungen auf die hormonelle Stressantwort und konkret zu neuroendokrinen Faktoren sozialer Interaktionen. Als approbierte Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin (Schwerpunkte kognitive Verhaltenstherapie und Systemische Paartherapie) leitet sie eine psychotherapeutische Hochschulambulanz, im Rahmen derer Patient:innen vorzugsweise im Paar- und Familiensetting behandelt werden sowie die Weiterbildung „paarweise“ und gemeinsam mit Prof. Dr. Birgit Watzke einen Psychotherapie- und einen Supervisions-Ausbildungsgang in kognitiver Verhaltenstherapie in Zürich. Im Projekt STARK (Leitung: Prof. Dr. Sabine Walper, München), welches durch das BMBFSFJ gefördert wurde, hat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Melanie Fischer (Marburg), Andrea Mayer (Heidelberg) und Prof. emeritus Dr. Kurt Hahlweg ein online Informationsangebot und eine Online-Intervention für Paare in Ambivalenz- und Trennungsphasen konzipiert, welches die Beratung und Therapie ergänzen und Paaren in dieser schwierigen Zeit unterstützen soll.
Prof. Dr. Beate Ditzen
09:15 - 10:45 Uhr Prof. Dr. Christina Boll, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
FACHVORTRAG 02: Wirtschaftliche Eigenständigkeit in jeder Lebensphase: Warum (nicht)?
Der Fachvortrag beleuchtet, was wirtschaftliche Eigenständigkeit bedeutet und warum sie für Paare mit und ohne Kinder in jeder Lebensphase – auch bei Trennung und Scheidung – erstrebenswert ist. Er zeigt, warum ökonomische Eigenständigkeit in der Praxis oft nicht gegeben ist, und macht deutlich, dass es in nahezu jeder Lebensphase noch möglich ist, darauf hinzuarbeiten. Diskutiert werden erste konkrete Schritte dorthin. Basierend auf empirischer Evidenz zu Paaren und Familien in Deutschland skizziert der Workshop strukturelle, normative und persönliche Gelingensbedingungen und Barrieren auf dem Weg zur ökonomischen Eigenständigkeit. Fachkräfte erhalten damit Orientierungswissen und Handlungsanregungen, um das Thema „Trennung und Scheidung ökonomisch durchdenken" in der Beratung von Paaren aufzugreifen. Es gibt Raum für Fragen und Austausch mit der Referentin.
Prof. Dr. Christina Boll leitet die Abteilung Familie und Familienpolitik am Deutschen Jugendinstitut, ist Professorin für Arbeitsmarkt- und Familiensoziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Gastprofessorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle zwischen Familie und Arbeitsmarkt, insbesondere den Verschränkungen von Familien und Erwerbsbiografien, der Rolle staatlicher Anreize, Infrastrukturen und Dienste sowie sozialer Normen für individuelle Entscheidungen und Entscheidungen im Haushaltskontext sowie den daraus resultierenden Erwerbs- und Einkommensverläufen.
Prof. Dr. Christina Boll
WORKSHOP 03 (nur Tag 2): Kontaktregelungen bei Babys und Kleinkindern
Im Workshop wird besprochen, welche besonderen Bedürfnisse Kinder in diesem Altersbereich im Hinblick auf die Gestaltung von Umgangskontakten haben. Anhand von Fallbeispielen wird mit den Teilnehmenden diskutiert, was bei unterschiedlichen Fallkonstellationen in der Beratung zum Umgang in diesem Altersbereich zu beachten ist. Zudem wird gezeigt, wie unter anderem die STARK-Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ bei Beratungen zu diesem Thema genutzt werden kann.
Dr. Janin Zimmermann ist Diplompsychologin und arbeitet als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. in der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“. Zudem ist sie als familienrechtspsychologische Sachverständige tätig. In der Zeit der konzeptuellen Entwicklung des STARK Projekts an der Ludwig-Maximilians-Universität München hat sie die STARK Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ mitentwickelt.
Dr. Janin Zimmermann
09:15 - 10:45 Uhr Dr. Ulrike Lux, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
WORKSHOP 04: Wunsch nach mehr Kontakt – Beratung von hauptbetreuenden Eltern und Eltern ohne Kontakt zum Kind
Der Workshop thematisiert zwei sehr unterschiedliche Fallkonstellationen: zum einen die Beratung von hauptbetreuenden Eltern, die sich vom anderen Elternteil mehr Beteiligung wünschen, zum anderen die Arbeit mit Eltern, die unfreiwillig keinen oder nur wenig Kontakt zu ihren Kindern haben. Zunächst wird ein Überblick darüber gegeben, in welchem Kontext der Wunsch nach mehr Kontakt auftritt, und mögliche Hintergründe werden beleuchtet. Im Mittelpunkt des Workshops steht jedoch der Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden. Zudem wird gezeigt, wie die STARK-Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ in der Arbeit mit diesen Konstellationen genutzt werden kann.
Dr. Ulrike Lux ist Diplom-Psychologin und Systemische Therapeutin und war langjährig in der Erziehungsberatung tätig. Seit März 2016 ist sie im Deutschen Jugendinstitut (DJI) beschäftigt und übernahm 2022 die Leitung der Fachgruppe „Frühe Hilfen“, die auch im Rahmen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit kooperiert. In der Zeit der konzeptuellen Entwicklung des STARK Projekts an der Ludwig-Maximilians-Universität München hat sie den Bereich „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ mitentwickelt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Stärkung der Erziehungskompetenzen von Eltern, der Bindungsentwicklung über die Lebensspanne und der Rolle der elterlichen Partnerschaft für die Kindesentwicklung in Kern-, Trennungs- und Stieffamilien.
Dr. Ulrike Lux
09:15 - 10:45 Uhr Stefanie Amberg, Deutsches Jugendinstitut e.V. München
FACHVORTRAG 05: STARK als Unterstützung in der Beratung
In diesem Fachvortrag lernen die Teilnehmenden Aufbau und Inhalte der STARK-Plattform kennen: von Navigationshilfen über Videos, Audios und interaktive Tools bis hin zu Arbeitsblättern und Mustervereinbarungen. Anhand eines Fallbeispiels wird aufgezeigt, wie sich STARK in der Arbeit mit getrennten Eltern einsetzen lässt und wie die Materialien den Beratungsalltag unmittelbar unterstützen. Dabei gibt der Vortrag einen Einblick in jeden Bereich der Plattform. Ziel ist es, Fachkräften praxisnahe Impulse für den Einsatz der STARK-Materialien in der Trennungsberatung zu geben und konkrete Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit aufzuzeigen.
Stefanie Amberg hat Erziehungswissenschaften (M.A.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. Dort war sie anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Evaluationsprojekt des Elternkurses "Kinder im Blick" und im Projekt STARK tätig. Seit 2024 ist sie wissenschaftliche Referentin im Projekt STARKphase 3 am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Trennung und Scheidung, insbesondere in der Entwicklung und Evaluation von Unterstützungsangeboten für Trennungsfamilien. In der konzeptuellen Entwicklungsphase des STARK Projekts war sie zudem an der Konzipierung und Umsetzung der STARK Webseite „Fair trennen & gemeinsam erziehen“ beteiligt.
Stefanie Amberg
WORKSHOP 06: Trennungs- und Scheidungsberatung in der Erziehungsberatung
In der Erziehungsberatung melden sich etwa 50 % der Eltern an, weil sie sich getrennt haben. Oder sie werden deshalb von Jugendämtern oder Familiengerichten geschickt. Wie funktioniert Trennungs- und Scheidungsberatung in der Erziehungsberatungsstelle? Am besten mit viel Gelassenheit, einem starken Team und guter Kooperation. Und was braucht es noch? Welche Haltungen sind hilfreich? Welche Settings haben sich bewährt? Geht das auch online? In dem Workshop soll motiviert werden, diese wichtige Arbeit anzunehmen und auszufüllen.
Ulric Ritzer-Sachs ist Sozialpädagoge, arbeitet seit 2000 in der Erziehungsberatung, seit fast 20 Jahren auch in der bke-Onlineberatung, ist systemischer Berater und Mediator und arbeitet (meistens) immer noch gerne mit Eltern, die sich getrennt haben und dringend Unterstützung brauchen, um gute Lösungen zu finden.
Ulric Ritzer-Sachs
WORKSHOP 07: Beratung bei Partnerschaftsgewalt
Im Rahmen der Trennung von Paaren oder auch in bestehenden Paarbeziehungen kommt es nicht selten zu Konflikten, die letztlich im Ausüben von gegenseitiger oder einseitiger Gewalt enden und eine ständige Wiederkehr von Gewalt zu befürchten gilt. Für diese Konstellation braucht es ein Angebot, welches sich an der Paararbeit orientiert, jedoch hier die Bearbeitung des Gewaltkontextes und der Krisenauslöser deutlich in den Vordergrund gerückt werden muss.
Roland Hertel
WORKSHOP 08: Wenn sexuelle Gewalt im Raum steht - Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Trennungs- und Scheidungsverfahren, wissenschaftliche Befunde und fachliche Herausforderungen
Wenn im Kontext von Trennung und Scheidung der Verdacht oder die Beschuldigung sexueller Gewalt gegen ein Kind im Raum steht, treffen Kinderschutz, Beteiligungsrechte und familiengerichtliche Entscheidungsprozesse in besonderer Weise aufeinander. Der Workshop stellt aktuelle wissenschaftliche Befunde zu sexueller Gewalt in Trennungs- und Scheidungsverfahren, sowie zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen nach elterlicher Trennung vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Perspektive von Kindern fachlich angemessen einbezogen werden kann, ohne Schutzanforderungen, mögliche Beeinflussungsprozesse oder die Grenzen zwischen Partizipation und forensischer Befragung aus dem Blick zu verlieren. Anhand empirischer Befunde und fachlicher Modelle werden zentrale Herausforderungen diskutiert und Konsequenzen für eine kindzentrierte, schutzorientierte Praxis abgeleitet.
Ulrich Schierlinger ist Diplom-Psychologe, Kinderschutzfachkraft (IseF) und Leitender Psychologe der Psychologischen Fachdienste der Stadt Karlsruhe. Er arbeitet unter anderem, in der Fachberatungsstelle AllerleiRauh mit dem Schwerpunkt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.
Ulrich Schierlinger
WORKSHOP 09: STARK in der Beratung von Kindern und Jugendlichen: Methoden und Materialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei elterlicher Trennung
Kinder, die die Trennung oder Scheidung ihrer Eltern erleben, brauchen mehr als nur Information: Sie brauchen Unterstützung dabei, ihre Gefühle einzuordnen, mit dem elterlichen Konflikt umzugehen, eigene Wünsche zu erkennen und zu äußern – und sie brauchen das Vertrauen, dass sie damit gehört werden. Nur wenn Kinder in diesem Sinne gestärkt sind, kann Beteiligung an sie betreffenden Entscheidungen tatsächlich gelingen. Genau hier setzt „STARKes Handeln“ an. Der Bereich ist Teil des Kinder- und Jugendbereichs von STARK und steht im Mittelpunkt des Workshops. Die vier Bausteine „Gefühlschaos“ (Emotionsregulation), „Streitkompass“ (Umgang mit elterlichen Konflikten), „Wunschkonzert“ (eigene Wünsche äußern) und „Was macht mich STARK?“ (Ressourcenstärkung) bieten konkrete Ansätze, um Kinder und Jugendliche in Trennungssituationen gezielt zu unterstützen. Im Workshop lernen die Teilnehmenden, wie sie die Inhalte und Materialien von STARK in ihre bestehende Beratungspraxis integrieren können. Ziel ist es, praxisnahe Impulse zu geben, wie digitale Tools die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sinnvoll ergänzen können.
Annalena Putz hat klinische Psychologie und Psychotherapie (M.Sc.) studiert und ihre Abschlussarbeit im Bereich Frühkindliche Regulation am Universitätsklinikum Erlangen verfasst. Sie ist als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. im STARK-Projekt der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ tätig. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem damit, wie Kinder und Jugendliche im Umgang mit der Trennung ihrer Eltern gestärkt werden können und wie sich entsprechende wissenschaftliche Inhalte kindgerecht vermitteln lassen.
Annalena Putz
Sophia Maurer hat Erziehungswissenschaft (M.A.) an der Universität Tübingen studiert. Im Frauenhaus Freising ist sie für die psychosoziale Beratung und Unterstützung von Frauen in Krisen- und Gewaltsituationen zuständig. Zudem ist sie als wissenschaftliche Referentin am Deutschen Jugendinstitut e.V. im STARK-Projekt der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ tätig. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem damit, wie Kinder und Jugendliche im Umgang mit der Trennung ihrer Eltern und mit Stress gestärkt werden können und wie sich entsprechende wissenschaftliche Inhalte kindgerecht vermitteln lassen.
Sophia Maurer
WORKSHOP 10: Geschwister in Trennungs- und Scheidungsfamilien
Die meisten Kinder wachsen nach wie vor gemeinsam mit Geschwistern auf. Trennen sich die Eltern, wirkt sich das meist auch auf die Beziehung der Geschwister untereinander aus, und zwar auf sehr unterschiedliche Weise: Manche Geschwister rücken enger zusammen und unterstützen sich gegenseitig, bei anderen nehmen Konflikte und Streit deutlich zu. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Eltern. Durch ihr eigenes Verhalten und durch die Gestaltung der Wohn- und Lebenssituation prägen sie maßgeblich, wie sich die Geschwisterbeziehung entwickeln kann. Der Workshop beleuchtet typische Dynamiken zwischen Geschwistern im Kontext von Trennung und Scheidung und diskutiert, worauf es bei der Einschätzung der Qualität einer Geschwisterbeziehung ankommt. Darüber hinaus werden Strategien für die Arbeit mit Geschwistern in belasteten Beziehungen vorgestellt.
Dr. Susanne Witte leitet die Fachgruppe F3 „Familienhilfe und Kinderschutz“ am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München und ist Teil des aktuellen Leitungsteams von STARK. Sie forscht zu Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz, internationalen Vergleichen von Kinderschutzsystemen, zu Folgen von Misshandlung und Missbrauch, insbesondere Geschwisterbeziehungen, sowie zur Prävention von Kindeswohlgefährdung.
WORKSHOP 11: Vom Kindeswillen zur Entscheidung - Kindesanhörung, Beeinflussung und Grenzen in der familiengerichtlichen Praxis
Das Kind ist Subjekt eines Verfahrens, nicht dessen Objekt. Die Kindesanhörung ist daher für jedes Kindschaftsverfahren von hoher Relevanz. Sie dient neben der Gewährung rechtlichen Gehörs auch vorrangig der Sachaufklärung. Die persönliche Anhörung und das Verschaffen des persönlichen Eindrucks von Kindern sind unabdingbare Formvoraussetzungen einer richterlichen Entscheidung. Das Beherrschen des juristischen Handwerks allein reicht an dieser Stelle nicht, zahlreiche weitere Kompetenzen sind gefragt. Insbesondere ist immer wieder das Thema des „manipulierten“ Kindeswillens besonders genau zu betrachten.
Ulrike Sachenbacher ist weiter aufsichtsführende Richterin am Amtsgericht München und leitet dort seit 2020 die Familienrechtsabteilung. Zuvor war sie u. a. als Jugendstraf- und Zivilrichterin sowie als Staatsanwältin im Bereich Jugendschutz- und Jugendstrafrecht tätig. Seit Anfang 2022 ist sie zudem Kompetenzpartnerin Kinderschutz des OLG-Bezirks München und in dieser Funktion in der Netzwerkarbeit mit Ministerien, Jugendämtern, Gerichten, Kliniken und Sachverständigen aktiv. Ihre Schwerpunkte liegen im Kindschaftsrecht und bei Fragen häuslicher Gewalt, zu denen sie auch regelmäßig publiziert und Vorträge hält.
Ulrike Sachenbacher
WORKSHOP 12 (nur Tag 2): Bindungsorientierte Beratung von Trennungsfamilien - (Wie) kann das gelingen?
Folgt in Kürze
Prof. Dr. Mathias Berg ist Professor für Soziale Arbeit und Psychosoziale Beratung an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Familienberatung. Er ist systemischer Berater und Familientherapeut (DGSF), Vorstandsmitglied der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) sowie Mitglied der Sachverständigenkommission 10. Familienbericht der Bundesregierung.
Prof. Dr. Mathias Berg
10:45 - 11:00 Uhr Pause
11:00 - 11:30 Uhr Referentinnen und Referenten der Workshops und Fachvorträge, Moderation: Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Resümee aus den Workshops und Fachvorträgen
Die Ergebnisse aus den Workshops werden auch noch nach der Veranstaltung auf einer digitalen Pinnwand einsehbar sein und zum Download bereit stehen. Der Zugangslink wird allen Tagungsgästen während der Veranstaltung mitgeteilt.
Podiumsdiskussion: Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Beratung
11:30 - 12:30 UhrWie gelingt es, Kinder gut zu beteiligen, ohne sie zu überfordern? Ausgehend von aktuellen Forschungsbefunden diskutieren Fachleute aus Beratungspraxis und Recht, wie Beteiligung konkret aussieht, was sie bewirken kann und wo ihre Grenzen liegen. Dabei geht es auch darum, welche Rechte Kinder haben und wie sich diese zu den Rechten der Eltern verhalten.
11:30 - 12:30 Uhr Dr. Susanne Witte, Fachgruppenleitung "Familienhilfe und Kinderschutz" am Deutschen Jugendinstitut e.V. München
Moderation
Dr. Susanne Witte leitet die Fachgruppe F3 „Familienhilfe und Kinderschutz“ am Deutschen Jugendinstitut in München (DJI) und ist Teil des aktuellen Leitungsteams von STARK. Sie forscht zu Qualitätsentwicklung im jugendamtlichen Kinderschutz, internationalen Vergleichen von Kinderschutzsystemen, zu Folgen von Misshandlung und Missbrauch sowie zur Prävention von Kindeswohlgefährdung.
Dr. Susanne Witte
Abschluss der Veranstaltung
Anmeldung
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1. Registrierung
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2. Workshop buchen
- Gehen Sie erneut auf die Registrierungsseite und klicken Sie auf „Login". Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse und Ihrem Passwort an. (Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie ein neues vergeben – Sie erhalten dazu eine E-Mail an die hinterlegte Adresse.)
- Sie gelangen automatisch in den Bereich „Meine Workshops". Dort können Sie Ihren gewünschten Workshop buchen, sofern noch freie Plätze vorhanden sind. Pro Veranstaltungstag können Sie einen Workshop buchen, insgesamt also maximal zwei. Wenn Sie nur an einem der beiden Tage teilnehmen möchten, reicht auch eine Buchung.
- Nach der Buchung erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail. Ihren gebuchten Workshop sehen Sie außerdem jederzeit im Bereich „Meine Workshops".
3. Workshop absagen
- Falls Sie doch nicht teilnehmen können, geben Sie Ihren Platz bitte für andere frei. Klicken Sie dazu bei Ihrem gebuchten Workshop einfach auf „Absagen".
4. Workshop umbuchen
- Solange in einem anderen Workshop noch Plätze frei sind, können Sie wechseln. Sie müssen sich dafür nicht erst abmelden, sondern klicken direkt bei dem gewünschten Workshop auf „Umbuchen".
Bei Fragen zur Anmeldung wenden Sie sich bitte per E-Mail an den technischen Support unseres Dienstleisters NC3: office@nc3.de . Weitere technische Informationen zur Fachtagung finden Sie nach dem Einloggen im FAQ-Bereich der Registrierungsseite.
Informationen zu STARK
Welchen Nutzen bietet STARK für Beratung und Prävention?
STARK ist eine interdisziplinär entwickelte Online-Plattform, die Paare, Trennungseltern sowie Kinder und Jugendliche in familiären Krisen unterstützt – und zugleich die professionelle Beratungspraxis ergänzt.
Die Plattform bietet fundierte Informationen zu rechtlichen, finanziellen und psychosozialen Fragen rund um Trennung und Scheidung – niedrigschwellig, multimedial und alltagsnah aufbereitet. Sie hilft Ratsuchenden, sich frühzeitig zu orientieren, und fördert das aktive Aufsuchen von Beratung.
Für Fachkräfte bietet STARK vielfältige Einsatzmöglichkeiten – etwa zur Vor- und Nachbereitung von Gesprächen, zur Veranschaulichung komplexer Themen oder als Ergänzung im Beratungsverlauf. Auch der separate Kinder- und Jugendbereich kann in der Arbeit mit Familien genutzt werden.
Einen kompakten Überblick über Aufbau und Inhalte der STARK-Plattform erhalten Sie auf der Startseite:
Zur Orientierung auf und Einarbeitung in die Plattform sowie für die Nutzung in der Beratung steht Ihnen im Fachkräftebereich ein umfassendes Materialpaket zur Verfügung – inklusive Inhaltsübersichten, Video-Navigationen, konkreten Fallbeispielen:
und Leitfäden (z.B. für die Beratung von Eltern mit laufendem Gerichtsverfahren):
Welche Vorteile bietet die STARK-Website für Paare & Trennungsfamilien mit Kindern?
- Aktuelle Informationen rund um Beziehungskrisen, Trennung & Scheidung
- Kostenfrei, umfassend, übersichtlich, interaktiv und alltagsnah
- Gesammeltes Wissen von Fachexpertinnen und Fachexperten aus den Bereichen Familienrecht, Ökonomie, Psychologie und Pädagogik
- Eigener Kinder- und Jugendbereich zur Unterstützung der Trennungsbewältigung
- Möglichkeit der Teilnahme am Online-Training für Paare in der Krise
Welche Vorteile bietet Ihnen STARK in der Beratung?
Stimmen von Teilnehmenden der STARK-Fachtagung 2025
Kooperationspartner und Förderer
Kooperationspartner
Die Inhalte von STARK wurden im Rahmen einer Kooperation von Fachexpertinnen und Fachexperten aus den Bereichen Familienrecht, Ökonomie, Psychologie und Pädagogik entwickelt.
Beteiligt daran waren die folgenden Einrichtungen:
Förderer und Unterstützer
Wir danken dem Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) für die Förderung.
Unsere Beiratsexpertinnen und -experten haben STARK von der Entwicklung bis zur Bekanntmachung engagiert begleitet und gefördert. An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank:
Prof. Dr. S. Andresen (Deutscher Kinderschutzbund), Prof. Dr. Thomas Berger (Universität Bern), Prof. Dr. Sonja Bröning (Medical School Hamburg), Michael Bruckner (Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Erzbistum Köln), Gesine Götting (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.), Prof. Dr. Isabell Götz (Deutscher Familiengerichtstag), Antje Markfort (Deutscher Caritasverband e. V.), Dr. Marc Serafin (Jugendamt Stadt Sankt-Augustin), Prof. Dr. Tim Stanik (Hochschule der Bundesagentur für Arbeit), Cornelia Weller (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.) und Jan Wingert (Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.).